Laufen

Mit meiner Paradedisziplin die Bestzeit vermasseln?


Challenge Roth - Laufen

Nachdem guten Schwimmstart und super Zeit auf dem Rad, kommt jetzt noch der abschliessende Marathon. Meine Lieblingsdisziplin, wenn nicht sogar meine Paradedisziplin.

Nachdem das Bike den Helfern einfach abgegeben werden konnte und der Laufsack zugestreckt wurde, habe ich die Laufschuhe geschnührt und habe die 42.2 Kilometer in Angriff genommen. Auf den ersten paar Schritten war ich sehr zuversichtlich, dass meiner Bestzeit nichts mehr im Wege steht. Aber so einfach sollte es nicht werden.

Nach zirka 500 Meter spührte ich, dass mich mein Rücken wieder einmal meldet. Ich dachte «Nicht so schlimm, dann halt die ersten paar Meter einfach etwas Tempo raus nehmen». Doch dann kam zu den Rückenproblemen noch Schmerzen an beiden Fussgelenken hinzu. Meine ersten Gedanken waren «Was zum Teufel ist das jetzt Neues an den Fussgelenken?!? Super Schwimmen, top Bike Leistung und jetzt vermassle ich es noch in meiner Paradedisziplin 😤» Ich versuchte durch etwas Dehnung den Rücken zu lockern und langsames Joggen die Fussgelenke warm werden zu lassen. Doch eine Bestzeit erwartete ich nicht mehr, da ich eher mit einem vier Stunden-Marathon rechnete.

Ich heftete mich an ein anderen Athleten, der etwa ein Schnitt von 5:05 min/km lief und hoffte, dass ich das mit halten konnte. Während ich das Tempo vom Vordermann zu halten versuchte, rasste mein Verstand mindestens doppelt so schnell. «Das kann doch nicht sein!», «Vielleicht wird es ja noch besser respektive die Schmerzen lassen ja vielleicht noch nach», «Ich werde beim Laufen überholt?!? Ich sollte die überholen!» «Da musst du jetzt durch! Es kann bei einer Langdistanz nicht immer alles top laufen». Nach den ersten paar Kilometern mit vielen negativen Gedanken, versuchte ich mich auf positive Dinge zu konzentrieren. Ich nahm mir kleinere Ziele vor und nicht die 42 Kilometer, so beispielsweise nahm ich mir die erste Wende in zirka fünf Kilometer vor. Und plötzlich hatte ich das Gefühl, dass mit jedem Kilometer etwas Schmerz verschwindet und die Geschwindigkeit auf der Uhr immer etwas zu nahm 😄 So absolvierte ich meine kleine Zwischenziele und kam nach etwa dreisig Kilometer wieder in die Stadt Roth, wo ich meine Partnerin wieder sehen konnte. Ich habe meiner Partnerin zugerufen, dass wir uns «vor» dem Zieleinlauf wieder sehen werden, bevor ich die Runde nach Büchenbach startete. Als ich durch die Altstadt Roth lief bemerkte ich als die Kirche halb fünf schlug, dass ich noch 45 Minuten für zehn Kilometer brauche, um die zehn Stundenmarke zu knacken. Zuerst dachte ich «Das passt ja. Einfach etwa zwölf Sekunden pro Kilometer schneller laufen und die Sache ist geritzt» Jedoch wollte ich mein «geretteten» Marathon jetzt nicht noch aufs Spiel setzen und lief im gleichen Tempo weiter und erreichte das Ziel nach 03:22:03.

Offizielle Schlusszeit und neue PB: 10:03:06